Grundlagen der Buchführung · Teil 3

Inventur: ehrlich nachschauen, was du wirklich hast

Bis hierher ging es um das, was rein und raus fließt. Jetzt halten wir kurz an und schauen: Was ist eigentlich gerade da? Genau das ist die Inventur.

Das kennst du schon

Stell dir vor, du räumst am Jahresende dein Lager, deinen Werkzeugschrank oder deine Kasse durch und zählst nach, was wirklich da ist. Nicht was auf dem Papier stehen sollte, sondern was du tatsächlich in der Hand hältst. Genau das machst du privat auch, wenn du vor dem Einkauf in den Kühlschrank schaust.

In deinem Unternehmen heißt dieses Nachschauen Inventur. Es ist der ehrliche Kassensturz: Du stellst fest, was an einem bestimmten Stichtag wirklich vorhanden ist.

Inventur ist nicht Rechnen, sondern Nachschauen. Du zählst, was da ist, statt zu glauben, was da sein müsste.

Warum das wichtig ist

Auf dem Papier kann vieles stimmen, und in Wirklichkeit fehlt trotzdem etwas. Material wird verbraucht, geht kaputt, schwindet. Wenn du nie nachschaust, rechnest du mit Beständen, die es gar nicht mehr gibt. Die Inventur holt dich auf den Boden der Tatsachen zurück und liefert die ehrliche Grundlage für alles Weitere.

Wie du erfasst: zählen, messen, wiegen

Nicht alles lässt sich gleich erfassen. Je nachdem, was du hast, nutzt du eine andere Methode. Das Prinzip dahinter ist immer dasselbe: die Menge so genau wie möglich festhalten.

Zählen

Stückware, die man abzählen kann. Schrauben, Geräte, Waren im Regal.

Messen

Was sich in Länge, Fläche oder Volumen ausdrückt. Kabel, Stoff, Flüssigkeit im Tank.

Wiegen

Was man am sinnvollsten über das Gewicht erfasst. Schüttgut, Material, Lebensmittel.

Die richtige Reihenfolge

Damit eine Inventur sauber wird und du sie nicht zweimal machen musst, hilft eine feste Folge:

  1. Stichtag festlegen.

    Die Inventur gilt für genau einen Tag. Alles, was du zählst, ist der Stand an diesem Tag.

  2. Vorbereiten.

    Ordnung schaffen, damit du nichts doppelt zählst oder übersiehst. Bereiche aufteilen, Listen bereitlegen.

  3. Erfassen.

    Zählen, messen, wiegen, je nach Art. Sofort notieren, nicht aus dem Kopf.

  4. Festhalten.

    Jede Menge wird schriftlich festgehalten. Aus diesen Notizen wird später das Inventar, das schauen wir uns in der nächsten Lektion an.

Die Inventur beantwortet eine einzige Frage: Was ist am Stichtag wirklich da? Erst zählen, dann glauben.

Bevor du weitermachst

  • Du kannst sagen, dass Inventur das ehrliche Nachschauen am Stichtag ist.
  • Dir ist klar, warum gezählte Bestände mehr wert sind als angenommene.
  • Du kennst die drei Wege: zählen, messen, wiegen.
  • Du weißt, dass aus den festgehaltenen Mengen als Nächstes das Inventar wird.

Wenn das sitzt, hast du den Unterschied zwischen Glauben und Wissen verstanden. In der nächsten Lektion bringen wir deine gezählten Mengen in Form: das Inventar.

Deine erste Inventur steht an und du willst es einmal richtig aufsetzen? Genau dafür bin ich da. Ich bin Miriam Haberer, Dozentin und IHK-Prüferin, und seit 2004 im Unterricht. Schreib mir, dann gehen wir deinen Stichtag gemeinsam durch.

Schreib mir kurz